Urlaubsbedingt gibt es diese Woche eine Frage auch noch rückwirkend für letzte Woche.
Gibt es ein archivisches Aufgabengebiet, das ihr ganz besonders spannend findet? Es muss nicht zu eurem regulären Tätigkeitsbereich gehören, aber vielleicht haltet ihr euch darüber gerne auf dem Laufenden oder möchtet eigentlich mehr darüber wissen.
Davon habe ich gleich zwei: Einerseits Sammlungsgut, vor allem Karten und Bildgut, und andererseits versuche ich auf dem Laufenden zu bleiben bei allem, was so in den Bereich Digitale Archivierung fällt. Also zwei Sachen, mit denen ich tatsächlich auch irgendwas zwischen “sehr viel” und “mehr auf der Metaebene” zu tun habe
Ich habe ne Weile nachgedacht und gemerkt, dass ich sehr viele Themen spannend finde, sofern … ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Sofern das Projekt, das Arbeitspaket stimmt. Also dass der Rahmen klar ist, der Raum da ist, um sich zu informieren, die Freiheit da ist, mal ganz offen zu denken und ich mit Leuten zusammen arbeite, die mitgehen. Aber tendenziell eben Projekte die irgendwie Neues erkunden oder sich neue Ideen anschauen. Digitale Archivierung, Erschließung eines Bestands, Grundlegende Überlegungen zur Erschließung, Überlegungen zur Verbesserung der Nutzung, Nutzung von KI oder grundlegende Überlegungen, wie wir in Zukunft arbeiten wollen.
Ich habe festgestellt, dass ich eigentlich so gut wie jedes Thema, mit dem ich mich ob freiwillig oder gezwungenermaßen näher beschäftigt habe, spannend ist. Selbst wenn ich anfangs vor einem schier unüberwindlichen Berg stand oder mich währenddessen durch die Mühen der Ebene “gequält” habe, ist bislang am Schluss immer etwas Vorzeigbares oder Nützliches dabei herausgekommen; ganz egal ob es ein KI-Experiment mit dem Medien- und Kommunikationsteam, ein Vortrag, die dringende Verpackung eines Bestands oder die Erarbeitung eines Notfallsplans waren.
Das mag vielleicht daran liegen, dass ich aus anderer Perspektive zu naiv oder zen-artig an Dinge herangehe oder das ist einfach, was den Archivarsberuf ausmacht. Ich glaube gern, dass es Letzteres ist.
Mir gefällt auch die Vielfalt der Aufgaben, aber besonders angetan hat es mir doch die Überlieferungsbildung. Auch wenn es immer mal wieder eine Krux mit dem Thema ist, finde ich es spannend mich gedanklich damit zu beschäftigen und auch mit den tiefgreifenden Auswirkungen die mit der Bewertung und Kassation einhergehen.
Ein bisschen abseits von meinem Hauptinteresse liegt die Schriftgutverwaltung, aber scheinbar zeige ich da immer noch so viel Begeisterung für, dass man bei uns im Haus immer mal wieder darüber scherzt, wie sehr ich mich für dieses Thema begeistern kann.